Wichtigste Erkenntnisse
- Der niederländische Senat hat die Abschaffung des 1:1-Net-Metering (Saldering) zum 1. Januar 2027 beschlossen — eine der großzügigsten Net-Metering-Regelungen Europas.
- Unter der aktuellen Regelung zahlt ein Haushalt, der 3.000 kWh einspeist und 4.000 kWh bezieht, nur für die Nettodifferenz von 1.000 kWh.
- Ab 2027 wird eingespeister Strom stattdessen zu einem niedrigeren, marktgekoppelten Satz vergütet. Der genaue Vergütungsmechanismus wird derzeit noch von der niederländischen Energieregulierungsbehörde ACM finalisiert — es ist kein konkreter Satz bestätigt, und es sollte auch keiner angenommen werden.
- Ohne vollwertiges Net-Metering "verschwendet" ein Balkonkraftwerk ohne Speicher praktisch jede Erzeugung, die über den unmittelbaren Haushaltsverbrauch hinausgeht — das stärkt das Argument für Batteriespeicher, ähnlich wie sich in Deutschland die Speicher-Nachfrage entwickelte, sobald die eigene Einspeisevergütung im Vergleich zum Eigenverbrauch an Attraktivität verlor.
- Diese Seite behandelt konkret den niederländischen Saldering-Rückbau — ein enger gefasstes, differenziertes Thema gegenüber einem allgemeinen Net-Metering-/Netzeinspeisungs-Ratgeber, der zuvor für dieses Themencluster vorgesehen, aber wegen fehlender Nachfragedaten zurückgestellt wurde; dieser umfassendere Beitrag wird hier nicht behandelt.
Die aktuelle Regelung und was sich ändert
Unter der aktuellen niederländischen Saldering-Regelung werden eingespeister und bezogener Strom 1:1 verrechnet — ein Haushalt, der über einen Abrechnungszeitraum 3.000 kWh einspeist und 4.000 kWh bezieht, zahlt nur für die Nettodifferenz von 1.000 kWh. Das ist eine der großzügigsten Net-Metering-Regelungen Europas und erlaubt es Solarbesitzern faktisch, das Stromnetz als kostenlosen Speicher zu nutzen.
Ab dem 1. Januar 2027 ändert sich das: Eingespeister Strom wird dann zu einem niedrigeren, marktgekoppelten Satz vergütet, statt 1:1 mit dem Verbrauch verrechnet zu werden. Der genaue Vergütungsmechanismus wird derzeit noch von der niederländischen Energieregulierungsbehörde ACM finalisiert — es wurde noch kein konkreter Satz veröffentlicht, und diese Seite wird keinen nennen, bis die ACM ihn bestätigt hat. Mehrere unabhängige Quellen deuten inoffiziell übereinstimmend auf eine erwartete Spanne von etwa 0,04–0,10 €/kWh hin (gegenüber aktuellen Strompreisen von etwa 0,28–0,35 €/kWh) — das ist jedoch strikt als informelle Schätzung zu verstehen, nicht als bestätigte Zahl, solange die ACM nichts veröffentlicht hat. Die Richtung ist eindeutig, auch wenn die genaue Zahl es nicht ist: Eigenverbrauch wird deutlich wertvoller, als er es unter Saldering war.
Warum das Batteriespeicher wertvoller macht
Ohne vollwertiges Net-Metering "verschwendet" ein Balkonkraftwerk ohne Speicher praktisch jede Erzeugung, die über den unmittelbaren Haushaltsverbrauch hinausgeht. Sobald Einspeisungen zu einem marktgekoppelten Satz unterhalb der 1:1-Saldering-Vergütung abgerechnet werden, wird es wirtschaftlich attraktiver, überschüssigen Strom für den späteren Eigenverbrauch zu speichern, statt ihn einzuspeisen.
Das entspricht einem Muster, das in Deutschland bereits zu beobachten war, wo sich die Speicher-Nachfrage beschleunigte, sobald die Einspeisevergütung im Vergleich zum Eigenverbrauch an Attraktivität verlor. Zur Einordnung der Größenordnung: Die Niederlande verfügen über eine geschätzte installierte Solarkapazität von ca. 26 GW — bestehende Anlagenbesitzer behalten die aktuelle Saldering-Regelung nur bis zur Umstellung am 1. Januar 2027, danach gilt die neue, niedrigere Einspeise-Vergütung für alle künftigen Einspeisungen.
Häufig gestellte Fragen
Wann endet das Net Metering in den Niederlanden?
Der niederländische Senat hat die Abschaffung des 1:1-Net-Metering (Saldering) zum 1. Januar 2027 beschlossen. Bis dahin bleibt die aktuelle 1:1-Verrechnungsregelung in Kraft.
Wie funktioniert die aktuelle niederländische Net-Metering-Regelung?
Eingespeister und bezogener Strom werden über einen Abrechnungszeitraum 1:1 verrechnet — ein Haushalt, der beispielsweise 3.000 kWh einspeist und 4.000 kWh bezieht, zahlt nur für die Nettodifferenz von 1.000 kWh.
Was ersetzt das Net Metering nach dem 1. Januar 2027?
Eingespeister Strom wird stattdessen zu einem niedrigeren, marktgekoppelten Satz vergütet, statt 1:1 mit dem Verbrauch verrechnet zu werden. Die niederländische Regulierungsbehörde ACM hat den genauen Vergütungsmechanismus noch nicht finalisiert, sodass derzeit kein konkreter Satz bestätigt werden kann. Mehrere unabhängige Quellen deuten inoffiziell übereinstimmend auf eine erwartete Spanne von etwa 0,04–0,10 €/kWh hin (gegenüber aktuellen Strompreisen von etwa 0,28–0,35 €/kWh), aber das ist als informelle Schätzung zu behandeln, nicht als von der ACM bestätigte Zahl.
Gilt dieser Rückbau auch außerhalb der Niederlande?
Nein — das betrifft ausschließlich die niederländische Saldering-Regelung. Es handelt sich nicht um einen allgemeinen EU-weiten Net-Metering-Ratgeber; ein umfassenderer Beitrag zu Net Metering und Netzeinspeisung in mehreren Ländern ist für dieses Themencluster separat vorgesehen, wird aber auf dieser Seite nicht behandelt.
Sollte ich mir wegen dieser Änderung einen Batteriespeicher zulegen?
Die Wirtschaftlichkeit entwickelt sich in diese Richtung — sobald Einspeisungen unterhalb des aktuellen 1:1-Satzes vergütet werden, wird die Speicherung von Überschussstrom für den Eigenverbrauch relativ wertvoller. Den allgemeinen Entscheidungsrahmen finden Sie im eigenen Ratgeber zu Batteriespeichern.